Architektur als Social Design

Cecotz

 

2013 – San Pedro la Laguna, Guatemala
Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Technischen Ausbau und Entwerfen
Prof. Peter Schürmann
Diplomarbeit Julian Knop und Nina Schaal

 

Centro Educativo Maya Tzutujil
Im Rahmen einer Diplomarbeit an der Universität Stuttgart am Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Technischen Ausbau und Entwerfen, entstand im WS 2012/13 der Entwurf einer Schule für ca. 200 angehende LehrerInnen in Guatemala. In Zusammenarbeit mit den deutschen Vereinen Esperanza e.V und Oyake e.V wurde bereits im Vorfeld des Projekts eine konkrete Planungsaufgabe mit der Aussicht auf Realisierung definiert.

 

Das Baugebiet der neuen Bildungseinrichtung „Centro Educativo Comunitario Maya Tz‘utujil“ beendet sich in der Region Sololá, im zentralen Hochland Guatemalas, 1,5 km vom Zentrum des indigenen Dorfes San Pedro la Laguna, am Fuße des San Pedro Vulkans. Das Gebiet grenzt unmittelbar an den kommunalen Naturschutzpark „Parqü Municipal Regional Volcán San Pedro“. Der Entwurf orientiert sich an der typischen Baustruktur guatemaltekischer Schulen. Als wichtigste Merkmale der Schularchitektur in Guatemala wurden die Blockstruktur, ein zentraler Innenhof mit Sportplatz, ein o ener Laubengang, sowie die Anpassung an das Gelände festgestellt. Neben diesen Merkmalen war ein weiterer entscheidender und entwurfsprägender Aspekt die Rücksichtnahme auf vor Ort auftretende natürliche Begebenheiten und Risiken. Zu diesen zählen die halbjährliche Regenzeit, mögliche
Erdrutsche aufgrund der starken Hanglage des Grundstücks, das Erdbebenrisiko, sowie die Gefahr tropischer Wirbelstürme. All diese Faktoren galt es in einen möglichst kostengünstigen Entwurf miteinzubeziehen.

 

Aufgrund der akuten Erdbebengefahr und der steilen Hanglage ergab sich ein modularer zweigeschossiger Gebäudekomplex. Dieser basiert auf der bekannten Blockstruktur und ist an die Hangneigung angepasst. Jedes Gebäudemodul folgt dabei dem gleichen konstruktiven Aufbau. Das Erdgeschoss funktioniert als massiver, erdbebengerechter Baukörper in traditioneller Lehmziegelbauweise. Das Obergeschoss wird in flexibler Bauweise mit einem Bambustragwerk errichtet, das anschließend durch eine Lehmbewurftechnik (bahareque) verkleidet wird.

 

Ein von den Gebäuden abgesetzter, zur Südseite orientierter Laubengang dient der für die Regenzeit wichtigen überdachten Erschließung der Einzelgebäude und sorgt gleichzeitig für die Verschattung der Räume. Im Erdgeschoss ist er außerdem die Pufferzone zwischen Pausenbereich und den Fachräumen und ein Ort der Begegnung. Im Innenraum ergeben sich einzelne Pausenhofplateaus mit unterschiedlichen Funktionen und Aufenthaltsqualitäten.

 

Fotos: Rene de Carufel, Julian Knop, Nicola Luxen, Nina Schaal