Architektur als Social Design

HALLPA WASI

 

 

2018, Huachón, Peru

ILPÖ, Vertr. Prof. Dr.-Ing. Jan Dieterle

Cinthia Cóndor Pineda und Lucia Perianes mit den peruanischen Kooperation NGO „Construye Identidad“ und das Forschungsentrum „Centro Tierra“

Studierende : Arnoldo Mallma, Melanie Nogales, Mauricio Geldres, Ender Cicek, Cornelius Vohl, Leolo Laubinger, Alice Queva, Alice Laura Speziale / Luis Meza, Emmanuel Caballero, Marcelo Paredes, Xavier Tobar, Carlos Trujillo, Necéforo Yachachin, Peter Puente, Deysi Vasquez, Ana Sanchez

 

Beim Projekt Hallpa Wasi (Hallpa: Erde Wasi: Haus) geht es um den Bau eines Gästehauses aus Stampflehm in Huachon, einem Dorf in den peruanischen Anden. Das Dorf Huachon befindet sich auf ungefähr 3300 m Höhe im Bundesstaat Pasco und hat ca. 2000 Einwohner. Von Huachon starten verschiedene Wandertouren zum Gletscher Huaguruncho, der aufgrund seines schneebedeckten Gipfels eine touristische Anziehungskraft auf Bergsteiger aus aller Welt hat. Bei einem Besuch des Dorfes fällt auf, dass die Bewohner dieses touristische Potenzial nicht ausschöpfen. Der Gletscher ist von Klimaerwärmung bedroht und unterliegt ständigen Forschungen des peruanischen Gletscherforschungsinstitut INAIGEM. Die Forscher haben jedoch keinen Ort, an dem sie für Langzeitbeobachtungen unterkommen und ihre Expeditionen planen können.

 

Neben der Problematik des Klimawandels besteht in diesen entlegenen Regionen der Anden seit jeher die Notwendigkeit adäquater Bautechniken für das vorherrschende extreme Klima. Das Wissen über traditionelles und klimagerechtes Bauen ist in großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr vorhanden. Wurde bis vor einigen Jahrzehnten in dieser Region hauptsächlich Gebäude aus Lehm gebaut, verdrängt Stahlbeton und Mauerwerk diese Bauweise zunehmend. Jedoch sind diese Materialien sowohl aus ökonomischer als auch aus bauphysikalischer Sicht für die Region schlechter geeignet als die traditionelle Lehmbauweise.

 

Ausgehend von diesen Herausforderungen sollte das Projekt Hallpa Wasi der Startpunkt für verschiedene Veranstaltungen und Prozesse sein, bei denen in Abstimmung mit der Dorfbevölkerung Workshops durchgeführt wurden. Der Bauworkshop fand vom 27.08 bis 07.09.2018 mit der Bevölkerung und Studierenden aus Stuttgart und Peru vor Ort in Huachon statt.

 

Projektpartner waren das Institut für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPÖ) der Universität Stuttgart, die peruanische NRO Construye Identidad (Identität bauen), sowie das Lehmforschungszentrum der Universität Pontifica Universidad Catolica in Lima, Peru Centro Tierra. Des Weiteren betreute die Lehmbauexpertin Lucia Perianes den Workshop mit.

 

Das Projekt wurde laut der peruanischen Lehmbaunorm e.080 für Planung und erdbebensicheres Bauen durchgeführt und trägt dazu bei, dass die Bewohner von Huachon den Tourismus, der im Dorf schon vorhanden ist, besser kanalisieren und vermarkten können. Ebenso dient es der Steigerung der Attraktivität des Dorfes, da es neben den Übernachtungsmöglichkeiten auch als Veranstaltungs- und Forschungszentrum genutzt werden kann. Gleichzeitig kann über die Verwendung der traditionellen Bauweise das Bewusstsein für lokale Techniken gesteigert werden. Durch diesen Wissenstransfer können die Bewohner ökonomische Vorteile sowie eine bessere Lebensqualität erreichen.

 

Weitere Infos : https://www.facebook.com/workshophallpawasi/