Architektur als Social Design

Ithunzi

 

2010 – Mamelodi, Südafrika
Institut für Tragkonstruktion und konstruktives Entwerfen
Prof. Dr.-Ing. Jan Knippers
Diplomarbeit Fabian Pfeifer

 

In Ländern mit sehr heißem Klima braucht man für die meisten Aktivitäten des alltäglichen Lebens keine Gebäude im herkömmlichen Sinn – oft reicht ein Platz aus, der vor Sonne und Regen geschützt ist. Ein Platz mit guten klimatischen Bedingungen. Ein Ort der Zusammenkunft – ein Marktplatz – eine gemeinsame Mitte. Ein Ort der Allen offen steht. Solche Orte werden in jeder sozialen Gemeinschaft unbedingt benötigt.

 

Die Fragestellung war also, wie kann solch ein Platz erschaffen werden ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen? Auf jeden Fall ist es ratsam lokale Materialen und Werkzeuge zu verwenden und mit den Leuten vor Ort zusammen zu arbeiten, denn sie kennen sich bestens mit den vorherrschenden topographischen und klimatischen Bedingungen aus und kennen oft noch die traditionellen Bau- und Arbeitsweisen.

 

An der real existierenden Aufgabe einer dringend benötigten Schulhofüberdachung für die Mamelodi Township School in Pretoria, Südafrika wurde das Projekt entwickelt. Die ‘Berakah Foundation’ arbeitet seit mehreren Jahren am ‘Berakah Educational Centre’ einer Ganzatgsschule für Aids-Waisen in Mamelodi – einem Township ungefähr 12km östlich von Pretoria in Südafrika. Neben den Klassenzimmern und der Aula entstehen für die Schule auch einen Verwaltungsblock, Gemüsegärten, sowie eine Küche. Als Ergänzung soll sie einen überdachten Pausenbereich bekommen. Dieser soll in dem offenen Bereich zwischen den Gebäuden entstehen. Die Aufgabe war es also ein Überdachungssystem zu entwickeln um diesen Bereich vor Sonne und Regen zu schützen und so den Menschen einen Ort außerhalb der Gebäude anzubieten in dem sie essen, singen, tanzen, unterrichten und werken können.

 

Schwerpunkt-Thema: Hilfe zur Selbsthilfe
Die Menschen vor Ort müssen sich mit dem Projekt identifizieren können. Nur so werden sie das Gebaute annehmen und auch pflegen. Ausserdem können durch die lokale Produktion zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Das komplette Schattendach wird vor Ort produziert. Im Rahmen des ersten Aufbaus sollen die Arbeiter eingelernt werden, so können sie in Zukunft zum einen die bestehenden Schattendächer warten, zum anderen weitere Schattendächer für verschiedene Projekte herstellen. Im Idealfall könnten sie anschließend weiter produzieren und die Schattendächer weiterverkaufen. So war es nun wichtig, ein sehr einfaches System zu entwickeln, welches mit den vorhandenen Möglichkeiten hergestellt und auf- gebaut werden kann und sich problemlos reproduzieren lässt.