Architektur als Social Design

Mate Masie Classrooms

 

2017 — Abetenim, Ghana
Institut für Entwerfen und Konstruieren
Prof. José Luis Moro
Masterarbeit Maria Renner

 

ArbeiterInnen (zwischen 2-13 Wochen) aus Ghana:

EinwohnerInnen von Abetenim und Juaben: Abubakar Mohammed, Agjingo, Agyeman, Asante, Bashiru Issifu, Bugyei Boateng, Emmanuel, Issah Mohammed, Johnson Owusu, Joseph Boateng, Joseph Owusu, Kofi Asante, Kwame Yeboah, Nimo Collins, Odasani Rita, Safo Sakina, Sammy Tiwah, Kate Yeboah

 

Freiwillige (zwischen 2-10 Wochen) aus Deutschland und Schweiz:

Studierende der ETH Zürich, Karlsruher Institut für Technologie, Leibniz Universität Hannover, TU Darmstadt, TU München, Universität Stuttgart, Berufstätige aus Basel, Mannheim und München

 

Anne-Sophie Birnkammer, Antonia Cruel, Christopher Höllerer, Christina Akesson, Claudia Böning, Constantin Kaffenberger, Daniel Voigt, David Goldberg, Eirini Evangelidi, Emma Wilisch, Franziska Odametey, Hendrik Nagel, Johanna Hühn, Leonie Orth, Lisa Mu, Luca Bertoni, Magdalena Allekotte, Markus Campana, Moritz Finkl, Paul Vogt, Regina Uelses, Sarah Hummel, Simone Vorndran, Sofie Hoyer, Sophia Hannekum, Solange Querinjean, Suna-Maria Knell, Timothy Kölle, Valerie Franck

 

 

Mate Masie Classrooms – Eine weiterführende Schule für Abetenim

 

Das kleine Dorf Abetenim befindet sich im Landesinneren von Ghana, nahe der zweitgrößten Stadt Kumasi. Die Wasserversorgung findet mittels großer Gefäße statt, die an der Wasserstelle des Dorfs befüllt und anschließend von den Frauen und Kindern auf dem Kopf zu den Häusern getragen werden. Zwei tägliche Mahlzeiten werden auf einem offenen Feuer zubereitet. Sanitäranlagen existieren ebenso wenig wie eine zuverlässige Stromversorgung. Durch eine unzureichende Bildung sind 98 % der Erwachsenen ungeübt im Lesen und Schreiben. Sie verfügen häufig über geringe oder keine Kenntnisse der Amtssprache Englisch.

 

Im Rahmen der Masterarbeit entstand 2016 ein Entwurf für einen Campus einer fortführenden Bildungseinrichtung in Ghana. Ein Gebäude wurde im Jahr 2017 aus regionalen Materialien wie Lehm erbaut. Freiwillige aus Deutschland und der Schweiz wie auch Arbeiter und Arbeiterinnen aus Ghana trugen zur erfolgreichen Umsetzung bei. Das Baugrundstück in Hanglage befindet sich wenige Gehminuten vom Ortskern entfernt.

 

Im Zusammenspiel mit weiteren Gebäuden bildet unser Bau einen Innenhof aus und orientiert sich an der traditionellen Bauweise der nach innen gewandten Hofhäuser der Ashanti-Kultur. Entwurfsprägend ist die auskragende, 190 m² große Bodenplatte und ein umlaufender Laubengang. Die Konstruktion beinhaltet eine Aufständerung des Baus aus Natursteinen, welche einer Überschwemmung der Lehrbereiche in der Regenperiode entgegenwirkt. Weiterhin gibt es eine Belüftungsebene mit abgehängten Stoffbahnen. Diese dezimieren den starken Wärmeeintrag und werden akustischen sowie optischen Aspekten gerecht. Eine Luftzirkulation ober- und unterhalb der Räumlichkeiten wird gefördert und trägt ausschlaggebend zu einem angenehmen Innenraumklima bei. Die kurzen, geschlossenen Wandscheiben Richtung West und Ost bilden massive Elemente aus Lehmsteinen. Sie verhindern den direkten Wärmeeintrag der tief stehenden Sonne am Morgen und Abend. Einen Gegensatz hierzu stellen die leichten, durchlässigen Längsseiten aus einer Holz-Raffia-Kombination dar. Sie ermöglichen eine effektive Querlüftung durch den Hauptwind aus südwestlicher Richtung.

 

 

 

Weitere Information: https://de-de.facebook.com/matemasieclassrooms/

 

Copyright Fotos: Maria Renner, Steven Santos