Architektur als Social Design

Schützenplatz. public.space.making – Nachbarschaft selbst gemacht

 

 

2017, Stuttgart 

Institut für Landschaftsplanung und Ökologie, Dipl.-Ing. Katarina Bajc und Dipl.-Ing. Marius Ege

Seminar

Projektteam: Simon Grothkopp, Dessiré Velez

 

In der Stadt Stuttgart finden sich viele Stadtteile, die dicht bebaut sind. Die Einnahme des verbleibenden Platzes durch benötigte Parkplätze lässt kaum Aufenthaltsplätze für die Nachbarschaft. Mit Interventionen auf öffentlichen Parkplätzen und der damit verbundenen Umnutzung des Straßenraums hatten es sich Studierende bereits im Sommersemester 2016 mit dem Realexperiment „Parklets für Stuttgart“ zum Ziel gesetzt, ein neues Bewusstsein für den Stadtraum zu schaffen und eine öffentliche Diskussion anzustoßen. Der 2016 gegründete Verein Casa Schützenplatz e. V. organisierte 2017 den Wiederaufbau des ursprünglichen Parklets. Das Projekt wurde von der Nachbarschaft unterschützt und befürwortet.

 

Im Rahmen des Seminars „Lokal Schützenplatz“ entstand die Projektgruppe des „public.space.making – Schützenplatz“. Ziel war es, die Um- und Neu-Nutzung durch Interventionen auf dem Schützenplatz zu realisieren und den partizipatorischen Gedanken zu stärken. Die Gruppe, bestehend aus Studierenden der Architektur und Stadtplanung, entwickelte zunächst zusammen mit engagierten Anwohnerinnen und Anwohnern neue Ideen und Konzepte zur Platzgestaltung und -nutzung. In einem Bauworkshop wurden dann zwei Konzepte umgesetzt: das „Mobile Wohnzimmer“ und „Urban Garden Tetris“. Beide Projekte wurden modular geplant und gebaut, um die spätere Nutzung flexibel gestalten zu können. Das „Urban Garden Tetris“ bietet neben Hochbeeten Sitzmöglichkeiten für die Anwohner/-innen. Als wandelbarer Aufenthaltsraum kann das „Mobile Wohnzimmer“ unterschiedlich genutzt werden. In einer Eröffnungsfeier wurden die Projekte der Nachbarschaft vorgestellt und übergeben.

 

Das Projekt lenkt die Aufmerksamkeit auf den nachhaltigen Umgang mit städtischen Räumen und motiviert dazu, auf die Autonutzung zu verzichten. Durch den Prozess der „Zurückeroberung“ soll der Platz zu einem gemeinschaftlichen Treffpunkt aufgewertet werden. Die dafür vorgesehene temporäre Intervention wird im Sommer 2019 regelmäßig mit Kultur- und Bildungsangebot bespielt werden und zeitgleich auch Programmen anderer Stuttgarter Initiativen offenstehen.

 

Weitere Infos: www.schuetzenplatz.net; Facebook Casa Schützenplatz