Architektur als Social Design

Selbstverständlichkeit des Wohnens

 

2016 – Stuttgart, Deutschland

Institut für Landschaftsplanung und Ökologie, Prof. Antje Stokman

 

Bachelorarbeit: Johannes Klieber, Mike Schmidt

 

Deutschland ist längst zum Einwanderungsland geworden. Jetzt liegt es an uns die Geflüchteten nachhaltig zu integrieren und ihnen ein Gefühl zu vermitteln Teil der Gesellschaft zu sein. Die Verbannung in die Peripherie, von Stacheldraht umzäunt, abgeschottet von der Gesellschaft, lässt Konflikte entstehen und schürt Unmut sowie Frustration seitens der Geflüchteten. Sie schafft aber auch Angst und eine Distanzhaltung seitens der Ansässigen. Ein Aufeinander-Zugehen, das die Angst vor dem Unbekannten nehmen soll, ist gefordert. Ziel ist es, einen Teil der Geflüchteten aus den peripheren Massenunterkünften in neugeschaffenen kleinteiligen Wohneinheiten im Zentrum unterzubringen, um ihnen ein integratives Umfeld zu ermöglichen und ihnen einen Platz in der Mitte der Gesellschaft zu bieten, sowie im gleichen Zug die Massenunterkünfte zu entlasten. Es soll sich dabei aber nicht ausschließlich um Wohnraum für Geflüchtete handeln, sondern um die generelle Schaffung von zusätzlichem bezahlbarem Wohnraum in den Zentren der Städte. Wo finden sich jedoch heute in den Stadtzentren noch bebaubare Freiflächen, die eine passende Typologie für einen solchen integrativen Wohnraum aufweisen? Viele Innenhöfe der weitverbreiteten Bautypologie der Blockrandbebauung haben längst nicht mehr die Funktion, die ihnen einst zugeschrieben wurden. In vielen Fällen dienen sie lediglich nur noch als Parkplatz, oder als Abstell- und Lagerflächen. Sie dienen also nur einzelnen Bewohnern, nicht jedoch der Gemeinschaft. Durch die sensible Addition von kleineren Einheiten in den Innenhöfen möchten wir mit unserer Arbeit das Wohnen in einer bestehenden Nachbarschaft ermöglichen und zusätzlich vergessene und verdrängte Qualitäten der Block-Gemeinschaft zurückbringen. Diese Qualitäten können unter anderem durch die gemeinschaftliche Nutzung solcher Einheiten entstehen. Während manche Einheiten als Wohnraum genutzt werden können, agieren andere möglicherweise als Gemeinschaftsräume für die Bewohner der Blocks. Neben Hausaufgaben- und Kinderbetreuung am Nachmittag, können hier Arbeitsräume, Gästezimmer oder Gemeinschaftsküchen entstehen. Die Idee ist es Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen, diese in das bestehende soziale Netz der Nachbarschaft einzugliedern und gleichzeitig das alltägliche Leben der Bewohner zu vereinfachen und die Gemeinschaft im Block zu stärken.