Architektur als Social Design

Stuttgart Experiment

 

2014 – Stuttgart, Deutschland
Institut für Landschaftsplanung und Ökologie
Prof. Dipl. Ing. Antje Stokman
Diplomarbeit Ines Wulfert

 

Bei der Bearbeitung des Diplomprojekts haben sich reale Experimente herauskristallisiert, wodurch die Diplomarbeit den Titel „Das Stuttgart-Experiment“ erhalten hat und in folgende drei Untertitel gegliedert wurde:

 

DAS STADTEXPERIMENT
Stuttgart soll mit Hilfe der Bewohner “grüner” werden

 

DAS GARTENEXPERIMENT
Der Kulturgarten “El Palito” als Handlungsraum

 

DAS ARCHITEKTUREXPERIMENT
Als Symbol für den Bewusstseinswandel und als Ort der Besinnung soll wird ein “Nest” im Kulturgarten “El Palito” gebaut

 

Der dritte Teil der Diplomarbeit steht ganz im Zeichen des lokalen und auch praktischen Handelns. Im Kulturgarten El Palito sollte gemeinschaftlich ein Architekturexperiment durchgeführt werden: Ein Baumhaus als Symbol für die Vision der „grünen Stadt“ und eines gesellschaftlichen Wertewandels sollte vor Ort entstehen. Mit Hilfe der Vereinsmitglieder und anderen Interessierten wurde der Bauprozess im Rahmen eines Workshops im März 2014 organisiert.

 

Ziel war es, möglichst wenige planerische Rahmensetzungen vorzugeben, um den Beteiligten individuellen Gestaltungsspielraum zu lassen und die Identifikation mit dem „Symbol“ zu stärken. Vor allem im Hinblick auf potenziell neu entstehende Naturerfahrungsräume, wie z.B. weitere Kulturgärten in der Stadt, könnten Baumhäuser als Identifikationsmerkmal des lokalen Handelns und globalen Denkens entstehen.

 

Aus diesem Konzept heraus ergaben sich vielschichtige Herausforderungen. Die Mindestplanung sollte so unternommen werden, dass das Baumhaus „nach System“ relativ leicht und kostengünstig nachgebaut werden kann und trotzdem individuelle Kreativität fördert. Aus diesen praktischen Gründen, aber auch um den experimentellen Charakter und ideellen Wert zu untermauern, der hinter der Bauaufgabe steckte, wurde die Verwendung von Recycling-Materialien angestrebt. Das Bauen sollte handwerkliche Fähigkeiten und Kreativprozesse anregen, die wiederum für andere Projekte nützlich sein könnten (innerhalb des Gartens zum Beispiel für den Bau eines Gewächshauses o.Ä.). Ausserdem sollen Vergemeinschaftungsprozesse über das Medium „Architektur“ gefördert werden.