Architektur als Social Design

ukuqala1

 

2011 – Grabouw, Südafrika

Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen, Prof. Arno Lederer,
Verantwortlich für Umsetzung und Planung: Dipl. Ing. Leslie Koch, Dipl. Ing. Ulrike Perlmann

 

Seminar

Studierende: Jan Baisch, Johannes Brückner, Torsten Buck, Philipp Burst, Fred Ernst, Franziska Friedrich, Sarah Ischka, Roman Kaupp, Ulrich Kneifl, Simon Köppl, Felix Leitz, Véronique Pavelec, Gerhard Perlmann, Hristina Safronova, Meike Schlienz, Marianne Trauten, Lea Uhrner, Matthias Vogel, Janosch Welzien, Heiner Wolsberger, Ines Wulfert

 

ukuqala 1 hat den Anfang aller ukuqala Projekte an der Universität Stuttgart gemacht. Im Oktober 2010, nach der Diplomarbeit von Leslie Koch und Ulrike Perlmann haben 20 Studenten den Entwurf des Wohnhauses für freiwillige Helfer des Village of Hope auf dieser Grundlage gemacht. Zusätzlich wurden noch Spendengelder bei Familienmitgliedern, durch organisierte Feste und Spendendosensammlung auf der Strasse und durch Kontaktaufnahme zu lokalen Unternehmen organisiert. Dieses Pilotprojekt hat vorallem durch das Engagement aller Beteiligten gut funktioniert! Der Leitfaden des nachhaltigen Bauens unter Berücksichtigung lokaler und recycelter Materialien wurde zu Beginn formuliert. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Nichtregierungsorganisation in Südafrika wurden Bedürfnisse erläutert und auf dieser Grundlage ein Programm für ukuqala1 entwickelt. Ein Wohnhaus für vier freiwillige Helfer, die für längere Zeit im Village of Hope ehrenamtlich arbeiten, sollte gebaut werden. Der Grundgedanke war, die traditionellen Baumaterialien Südafrikas, wie bei den landestypischen Ethnien der Zulu und Xhosa beim Entwurf nicht aus den Augen zu verlieren. Zusätzlich sollte das Thema Recycling berücksichtigt werden, da dies in den Townships Hauptbestandteil der gebauten Hütten ist. Das ukuqala1 Haus hat zwei Schlafräume für jeweils zwei freiwillige Helfer, ausgerichtet nach Süd-Ost und Süd-West, um sie während des heißen südafrikanischen Sommers möglichst kühl zu halten. Ein durchgehender Flur trennt Schlafzimmer und Gemeinschaftsräume. Das Badezimmer besteht aus Sichtmauerwerk und ist als multifunktionaler, tragender Kern mit offenem Kamin ins Wohnzimmer ausgebildet. Die angegliederte Küche ist ebenfalls selbst gebaut und mit gesponsertem Segeltuch bespannt. Sie eröffnet den grosszügigen Gemeinschaftsbereich. Ess- und Wohnzimmer ordnen sich um den offenen Kamin an. Eine durchgehende Fensterfront bildet den Übergang zur großen überdachten Terrasse, die durch die verlängerten Seitenwände windgeschützt ist. Aufgrund der hohen Temperaturen und der starken Sonneneinstrahlung wurde ein „doppeltes Dach“ gebaut. Die Durchlüftung zwischen den Dächern sorgt für Abkühlung im Inneren. Das untere Dach ist mit Dämmwolle, hergestellt aus recycelten PET- Flaschen, gedämmt und mit atmungsaktiver Folie abgedeckt. Ein zweites, geneigtes Wellblechdach hält den Regen ab, der vor allem von Mai- August asehr stark ist. Die Tragkonstruktion sowie alle verbauten Hölzer bestehen aus lokalem Pinienholz. Die Wände sind aus selbstgestampften Leichtlehm -ein Stroh-, Lehm-, Wassergemisch, das in einer Wanderschalung verdichtet wird. Dadurch wird das Haus sehr gut isoliert. Eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für wenig Energieverbrauch und geringe laufende Kosten.

 

weitere Infos:  www.ukuqala.net