Architektur als Social Design

ukuqala2 Schattendach

 

2012 – Grabouw, Südafrika
Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen, Prof. Arno Lederer,
Verantworlich für Planung: Dipl. Ing. Victoria von Gaudecker, Dipl. Ing. Leslie Koch
Verantwortlich für Ausführung: Dipl. Ing. Leslie Koch
Mitarbeit: Véronique Pavelec

 

Entwurf
Studierende: Selina Ahmann, Hans-Christian Bäcker, Christoph Dörrig, Marc Ellis, Jonas Gistl, Alexandros Grammatikopulos, Hannah Klug, Johanna Köhler, Florian Kaiser, Kira Laage, Andreas Lerchl, Josephine Lüders, Alicia Ruiz Caballero, Nina Schaal, Tilman Schmidt-Föhre, Maximilian Seibert, Benjamin Straub, Tine Teiml, Oliver Teiml, Suryu Um,Maximilian Umbach, Leonie Weber, Susanne Wolff, David LaVigne, Jonas Ruf, Marianne Trauten

 

Passend zum Name bestand das „ukuqala 2“- Projekt nicht nur aus einem, sondern gleich 2 verschiedenen Bauobjekten, die den ursprünglichen Gedanken des miteinander Bauens und Lernens in verschiedenen Kulturen auf ganz unterschiedliche Art und Weise verkörpern sollten. So wurde der Bau des Wohngebäudes für Helfer im Village of Hope nun um eine filigrane Membrandachkonstruktion über einem Kindergartencontainer direkt im Township ergänzt. Dabei handelt es sich um einen gewöhnlichen Schiffscontainer, der normalerweise zum Transport von Waren verwendet wird. Ein solcher Container wurde mit einigen Einschnitten für Fenster und Türen, sowie einer kindergerechten, farbenfrohen Bemalung, kurzerhand zum Kindergarten für das gesamte Township „Waterworks“ in Grabouw umfunktioniert. Dieser beherbergt momentan 25 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren, sowie 2 ehrenamtliche Kindergärtnerinnen aus dem Township. Gesponsert wurde der neue Kindergarten von einer lokalen Organisation, die sich um Kindergärten und Schulen in der gesamten Umgebung kümmert, und trägt den Namen „Masiphumele Educare Center“.
Wie „ukuqala“ stammt auch das Wort „Masiphumelele“ aus der in der Region weit verbreiteten Xhosa-Sprache und bedeutet so viel wie „Lasst uns immer weiter machen!“ Das grösste Problem dabei war neben dem mangelnden Platz jedoch die Hitze, denn bei direkter Sonneneinstrahlung kann sich ein solcher Blechcontainer vor allem im Sommer schnell auf Temperaturen von bis zu 60°C aufheizen, was nicht nur auf Daür kaum zu ertragen ist, sondern auch jegliche Konzentration unmöglich macht. Die Zielsetzung war daher, den Container und dessen Vorbereich mit einem grossen Membrandach zu überspannen, das wie ein riesiger Sonnenschirm die direkte Hitzeeinstrahlung abfängt und damit nicht nur die Temperaturen im Container erheblich reduziert, sondern auch einen angenehm verschatteten Aussenbereich für die Kinder schafft. Die fertige Geometrie der Membrankonstruktion besteht aus 6 Feldern mit jeweils 4,2 auf 4,2 Metern Größe. Die hinteren drei Felder überspannen komplett den Container, die vorderen drei bilden den verschatteten Vorbereich. Jede der 6 Membranen ist dabei an 2 hohen und 2 tiefen Stützen mit 4,2 und 2,6 Metern Höhe befestigt, die sich diagonal gegenüberstehen und somit steife, doppelt gekrümmte Membranformen ergeben, die im Gesamtbild eine sehr interessante Wellenform bilden. Die Membranunterseiten wurden in Zusammenarbeit mit einem Künstler aus dem Township von den Kindern selbst mit Figuren bemalt, die der Überdachung auch von unten einen optisch angenehmen Eindruck verleihen und zur Identifikation aller Beteiligten mit dem Projekt beitragen.

 

weitere Infos:  www.ukuqala.net