Architektur als Social Design

ukuqala2

 

2012 – Grabouw, Südafrika
Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen, Prof. Arno Lederer,
Verantworlich Planung: Dipl. Ing. Victoria von Gaudecker, Dipl. Ing. Leslie Koch
Verantwortlich Ausführung: Dipl. Ing. Leslie Koch
Mitarbeit: Véronique Pavelec

 

Entwurf
Studierende: Selina Ahmann, Hans-Christian Bäcker, Christoph Dörrig, Marc Ellis, Jonas Gistl, Alexandros Grammatikopulos, Hannah Klug, Johanna Köhler, Florian Kaiser, Kira Laage, David LaVigne, Andreas Lerchl, Josephine Lüders, Jonas Ruf, Alicia Ruiz Caballero, Nina Schaal, Tilman Schmidt-Föhre, Maximilian Seibert, Benjamin Straub, Oliver Teiml, Tine Teiml, Marianne Trauten, Suryu Um,Maximilian Umbach, Leonie Weber, Susanne Wolff

 

Das zweite Projekt in der ukuqala-Reihe startete im Oktober 2011 und endete mit der Fertigstellung des Leichtlehmhauses im März 2012. Der Entwurf beinhaltet eine Ansammlung von mehreren zweistöckigen Häusern, die in Kumulation Gemeischaftsplätze bilden. Im jeweiligen Erdgeschoss sind Gemeinschaftsnutzungen wie Küche und Essen, Sanitärbereich oder Wohnbereich angeordnet. Über die aussenliegende Treppe gelangt man in den privaten Wohnbereich. Dieser besteht aus einem grosszügig hellem Dielenbereich, der auch als Aufenthaltraum genutzt werden kann, an den sich jeweils zwei private Schlafräume anordnen. Das ukuqala2-Team hat das erste der geplanten Häuser mit Gemeinschaftsküche im EG realisiert. Die Bauweise und Konstruktion ist dieselbe wie bei ukuqala1, ein Pinien- holztragwerk mit Leichtlehmausfachung. Eingestampfte, zusammengesteckte, recycelte Weinflaschenböden bilden in den Privatzimmern im Obergeschoss „highlights“ in der West-bzw. Ostfassade, durch das grüne Glas fällt weiches Licht in die oberen Räume und verleiht diesen eine besondere Stimmung. Die insgesamt 10 Stützen sind einen Meter tief im Fundament verankert und durch aus dem Beton stehenden Nägeln vor Abheben gesichert sind. Eine Zangenkonstruktion trägt die Zwischendecke und das Dach. Aus den runden Stützen wurden Taschen ausgebeitelt. Dort liegen die Zangen auf und sind mit Bolzen miteinander verbunden. Die opaken Paneele der Fenster erhalten durch feine eingefräste Linien ein besonderes Bild. Die erforderlichen Fenstergitter sind aus den Ästen eines besonders zähen, einheimischen Baumes („black wattle“) hergestellt, um keine „vergitterte Optik“ zu erhalten. Neben den Holzdecken im EG und OG, die aus selbst zugeschnitten und lackierten Schalungsplatten hergestellt wurden, wurde im Obergeschoss ein Holzdielenboden verlegt. Im EG wurde der Einbaukamin in einem raumteilenden Maürwerkselement eingebaut. Um die Strohstampfl ehmwände gegen die starke Witterung während der Regenzeit zu schützen, wurde eine zweite Fassade auf der Wetterseite angebracht. Vier Stützen sind im Boden fest verankert. Auf der Unterkonstruktion wurden ca. 600 „droppers“, starke unregelmässige Äste des „black wattle“, mit ca. 1500 Schrauben angebracht. Durch die krummen Äste entstehen verschiedene Zwischenräume, die ein wunderschönes Lichtspiel der einfallenden Sonne auf die Außenwand abbilden. Um die Versiegelung des Bodens so gering wie möglich zu halten, fiel die Entscheidung auf ein zweistöckiges Gebäude, dies stellte natürlich beim Bauprozess eine große Herausforderung dar, die von den Studenten bravourös gemeistert wurde!

 

weitere Infos:  www.ukuqala.net