Architektur als Social Design

ukuqala3

 

2013 – Grabouw, Südafrika
Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen, Prof. Arno Lederer,
Verantworlich für Planung: Dipl. Ing. Victoria von Gaudecker, Dipl. Ing. Leslie Koch
Verantwortlich für Ausführung: Dipl. Ing. Leslie Koch
Mitarbeit: Alicia Ruiz Caballero, Véronique Pavelec, Hannes Schmidt, Oliver Teiml, Heiner Wolfsberger

 

Entwurf
Studierende: Franziska Bilger, Lena Engelfried, Kristina Egbers, Andreas Greiner, Christian Horbach, Hannes Kalau vom Hofe, Anouk Obermann, Julia Mahler, Dirk Remmert, Marlene Probst, Janina Ruck, Nicolas Riek, Valentin Tomas, Jonathan Schwanitz, Christian Schwär, Christa Szabo, Nghi Tran, Britta Weißinger, Sarah Yaparsidi, Clemens Zembrot

 

Ukuqala3 stellt das Ende der ukuqala-Projekte dar. Nach dem Versprechen von 2010, im Village of Hope für die bedürftigen Kinder mehr Platz zu schaffen, konnte das 2013 endlich Realität werden. Nachdem alle freiwilligen Helfer in die ukuqala1 und ukuqala2- Häuser gezogen sind, musste das bestehende alte Farmhaus vom ukuqala3-Team erst einmal renoviert, fast entkernt werden. Das Studententeam hatte mit einigen Hindernissen und Schwierigkeiten, die das Bauen im Bestand mit sich bringt, zu kämpfen. Erst vor Ort wurde klar wie marode der Zustand war teilweise musste eine neue Bodenplatte gegossen werden. Ausserdem mussten neue Auflagen für eine medizinische Institution, wie die Bereitstellung eines Quarantäne- und Arztzimmers, schnellstmöglichst realisiert werden. Zusätzlich war das Ziel nach dem Umbau Platz für zwanzig, statt wie gehabt für acht Kinder zu schaffen. Dafür wurde ein ca. 70qm grosser Anbau addiert. Dieser besteht aus der gleichen Pinienholz-Tragkonstruktion wie die anderen ukuqala-Projekte. Die Ausfachung der Wände wurde im Kinderhaus mit handelsüblichen Strohballen ausgeführt.
Die Strohballen müssen geringfügig festgezogen werden, in ein Lehmwassergemisch gedippt und anschliessend zu einer Wand gestapelt werden. Um die Strohballen zusätzlich zu schützen, werden sie mit einer Lehmschicht und einem zweilagigem Lehm-Kalkputz verputzt. An beiden Seiten des Anbaus befinden sich Lager- bzw- Müllräume, die aus Betonsteinen, wegen der exponierten Wetterlage, ausgebildet sind. Die Wetterfassade wird zusätzlich mit einer zweiten Fassade, wie bei ukuqala2 gegen Schlagregen geschützt. Im Anbau befinden sich die vier Schlafräume der Kinder. Sie sind innen mit Lehmputz, Dielenboden und einer Holzdecke aus nachhaltig bewirtschafteter Landwirtschaft ausgestattet. Jedes der vier Kinderzimmer hat eine andere Türfarbe. Die farbenfrohe, kindgerechte Gestaltung des Innenausbaus stand im besonderen Fokus. Durch viele Materialspenden (Fliesen, Leuchten, Sanitärgegenstände, Küchenmöbel) konnte ein qualitativ hoher Standard erreicht werden, welcher die laufenden Kosten auf Dauer erheblich verringert. Ein offener Kamin sorgt in Zukunft für Wärme im kalten südafrikanischen Winter.
Ein selbstgebautes Spielmöbel steht zentral im Spielbereich der Kinder und trennt den belebten Bereich vom Ruhebereich. Auf dem Spielmöbel können die Kinder toben, sich verstecken und das Treppensteigen üben. Die Küche wurde der neuen Bedarfsgröße angepasst und hält sich auch an das Farbkonzept. Auflagen, wie einen Mitarbeiterraum für die ‚Housemums‘- die Tagesmütter wurden nach deren Vorstellungen was Ausstattung und Farbe angeht erfüllt.

 

weitere Infos:  www.ukuqala.net