Architektur als Social Design

ZUKUNFTS[T]RAUM – EINE SCHULE FÜR WAISEN

 

2018 — Tansania

IBBTE I Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen
Dipl.-Ing. Peter Schürmann
Bachelor thesis Saskia Maier

 

 

Das Projekt Dunia ya heri liegt 50 km von der 4.4 Millionen Stadt Daressalam entfernt. Die Straße aus südlicher Richtung kommend, endet nach ca. 30 km in eine Sandstraße. Nach weiteren 20 km kommt man in ein kleines Dort namens >> Yale Yale Puna <<. Über einen Pfand gelangt man nun an das Grundstück. Zwei Stunden Wegstrecke liegen hinter uns.

 

J E D E S   K I N D   B R A U C H T   E I N E   P E R S P E K T I V E
Neben Wohngebäuden soll eine Primarschule für 60 Waisenkinder entstehen.
Diese Aufgabe bildete unsere Semesterarbeit.
Seit Dezember 2014 ist „Dunia ya Heri – African Family & Health Care e. V.“ als gemeinnütziger Verein im Handelsregister eingetragen.
Sieben Gründungsmitglieder unterschiedlicher Berufsgruppen hatten den Wunsch, elternlosen Kindern ein Leben mit Zukunft zu schenken.
Als roter Faden soll sich der christliche Glaube durch das Projekt und durch die Erziehung der Kinder ziehen. Für die Erziehung sind sogenannte „Mamas“ verantwortlich, die je 5 Waisenkinder betreuen.

 

R Ä UM E   Ä N D E R N –  L E R N F O R M E N S C H A F F E N
Unser Ziel ist es, eine Schule zu schaffen, die Spaß macht. Neben der konservativen Unterrichtsform sollen dennoch auch zukunftsrelevante Unterrichtsformen stattfinden können.
Ein multifunktionaler Raum wird durch die flexible Gestaltung geschaffen, der dennoch in erster Linie seine Funktion als Schule erfüllt.
Zwischen den beiden Klassenbereichen befindet sich das Herzstück, dass aus Schieberegalen besteht und eine Gestaltungsfreiheit bietet. Diese Schieberegale sind an ein klares Stützenraster von 4 x 4 m angepasst.
Kommunikations- und Leseecken, Spiel- und Sitzmöglichkeiten, aber auch die komplette Nutzung der Schule ist unter einem „großen gemeinsamen Dach“ möglich.

 

D A S   D A C H   A L S  W I C H T I G E S   E L E M E N T
In Tansania gibt es eine große und eine kleine Regenzeit.Bei einem Dachgefälle von 40° kann das Regenwasser nicht mehr als 2-3 cm in das Palmendach eindringen.Die zur Nord- und Südseite geöffneten und abgeschrägten Gauben lassen den Regen nicht einfallen und sorgen durch die Passatwinde für einen guten Luftdurchzug. Somit kann die Hitze nach oben aufsteigen und austreten. Auch die intensive Ost-Westsonne wird durch das tiefe Dach zu großen Teilen abgehalten. An zwei gegenüberliegenden Seiten ist unser Pfettendach weiter nach unten gezogen, um die Klassenzimmer zu den gegenüberliegenden Seiten offener zu gestalten.
Hier werden Eukalyptusstämme abgesprießt und Netze zum Sitzen gespannt. Somit kann unser Laubengang als sogenannte schattige „Spielstraße“ in der Pause und nach dem Unterricht genutzt werden.
Das Stützenraster bringt nicht nur geringe Spannweiten der Eukalyptusstämme mit sich, sondern bildet die Basis der Flexibilität.
Druch die Schieberegale können Klassenzimmer definiert oder bei Bedarf der ganze Raum geöffnet werden. Unsere Schule soll nicht nur als „klassische Schule“ genutzt werden können, sondern es könnte dort beispielsweise auch eine Andacht stattfinden.
Außerdem können Gruppenarbeiten, Workshops, Bastelstunden etc. durch das Umgestalten in kleinere Bereiche sehr gut realisiert werden und unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten sind denkbar.